Makro-Stacking

Makro Stacking

oder auch Focus Stacking

Nach mehreren Nachfragen habe ich mich entschlossen zum Thema Makro Stacking oder auch Focusstacking einen kleinen Artikel zu schreiben (Habe ich eh schon lange nicht mehr gemacht) 🙁

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Das Problem bei der Makrofotografie ist die geringe Tiefenschärfe. Zwar wird die Tiefenschärfe größer  je kleiner die Blende (größere Blendenzahl) ist, aber die Bildschärfe nimmt wegen des Beugungseffektes ab.

Jedes Objektiv hat in einem gewissen Bereich das beste Ergebnis. Dies habe ich für meinem Objektiv auf folgender Weise festgestellt/herausgefunden:

Die richtige Blende finden:

Ich habe mir ein Lineal auf einem Tische gelegt. Die Kamera auf einem Stativ geschraubt und auf einen bestimmten Wert fokussiert. (Z.B auf 6cm)   Die erste Aufnahme habe ich dann mit Blende 2,8 erstellt, die zweite Aufnahme mit Blende 4,0 … usw.

 

So wird die richtige Blende gewählt
Richtige Blende ermitteln

Am Rechner habe ich dann die Bilder begutachtet und für meine Konstellation (Nikon D800e (Kleinbildformat – 36mm x 24mm) sowie das Nikkor Micro 105mm – 2,8 )) die beste / größte Tiefenschärfe rausgesucht. Bei mir bewegte sich der schärfste Bereich sowie auch die größte Tiefenschärfe bei Blende 8 – 10!

 

Soweit so gut… Und haben noch immer keine gestackte Aufnahme.

Dann habe ich mir ein Makroschlitten https://www.amazon.de/Kiwifotos-FC-1-Professionelle-4-Wege-Macro-Schnellwechselplatte-cm-20-weiblich/dp/B005CAHFCY/ref=sr_1_fkmr1_3?s=photo&ie=UTF8&qid=1510037018&sr=1-3-fkmr1&keywords=makroschlitten+kiwi besorgt. Dieser sollte nicht zu viel Spiel aufweisen und doch schon recht gut verarbeitet sein. Je schwerer die Kamera mit Linse desto robuster sollte dieser  schon sein.

Der Aufbau:

Eine weitere Herausforderung ist das Fotografieren in Bodennähe. Da Pilze & Co selten auf Augenhöhe wachsen habe ich mein Stativ so umgebaut, dass die Kamera Kopfüber an den Makroschlitten hängt. Dies hat den Vorteil, dass man sehr nah zum Boden  kommt und somit eine herrliche Perspektive hat.

Da meine Kamera kein Klappdisplay hat, habe ich mich dann noch entschlossen die Kamera mit einem Tablett PC zu verbinden die ich wiederrum mit der Software QDSLRDashboard betreibe. Diese App gibt es zurzeit im Appstore für 10€.  Ferner bietet das den Luxus, nicht auf einen ev. nassen Boden zu liegen und hat bei schwierigen Lichtverhältnissen die Freiheit das Tablett dort abzulegen wo es nicht blendet.

Zur Software und Installation findet ihr Infos auf Traumflieger:  https://www.traumflieger.de/reports/Handy-DSLR/qDslrDashboard-alles-zur-App/qDslrDashboard-deutsche-Bedienungsanleitung::1015.html

und auf https://dslrdashboard.info/download/qdslrdashboard-manual-v1-1/.

Auf dieser Seite wird auch erläutert welche Kabel ihr benötigt!

Als Alternative zum „großen“ Stativ ist auch noch ein Bodenstativ zu erwähnen. Vorteil:  Wesentlich weniger Geweicht und dementsprechend weniger zu schleppen. Hat allerdings den Nachteil, dass diese Stative eigentlich nicht ihren Namen verdienen, da die Kamera mit Linse immer noch zu hoch ist.

Allerdings bei Objekten in passender Höhe sehr gut!

Hier ein Aufbau mit Bodenstativ mit Kamera Zusatzstativ  (komme ich später noch zu) und Tablett.

Fokus Stacking
Makro Stacking

Wer dann noch alles mit WLan betreiben möchte kann, kann sich das Video von gwegner anschauen und Infos daraus ziehen. https://www.youtube.com/watch?v=i4ze3Nx8vOM. In meinen Augen ein zu großer Aufwand und wieder mehr zum mit schleppen. Ist was für Technikfreaks :-).

Zum Anfang habe ich das auch alles mit WLAN betrieben und habe es dann sein gelassen und alles über Kabel gesteuert. Wer mein WLan Router haben möchte, kann sich gerne melden. 🙂

Jetzt kommen wir zum eigentlichen fotografieren. Wer das Objekt seiner Begierde gefunden und alles aufgebaut hat,  geht man folgendermaßen vor.

Kameraeinstellung:

  • Autofokus – aus
  • Spiegelvorauslösung aus
  • Bildstabilisator aus
  • Belichtung auf Manuell
  • Kamera auf die Blende einstellen die ihr im Vorfeld ermittelt habt!

Bitte den Bildausschnitt nicht allzu eng wählen, da beim Stacking noch Spiel bleiben sollte. Bei einem Pilz jetzt ehr unwahrscheinlich aber bei einer Blume (oder ähnliches) die stärker im Wind weht ist die Gefahr gegeben.

Wenn alle Parameter (Belichtungszeit / Blende / ISO ….) eingestellt sind wird der erste Fokuspunkt eingestellt und die Kamera über einen Fernauslöser oder QDSLR Dashboard auslösen.

Daraufhin wird die Kamera über den Markoschlitten soweit verschoben bis der zweite Fokuspunkt scharf eingestellt ist. Das ganze wird so oft wiederholt bis das gewünschte Objekt komplett durchgestackt ist. Siehe schematische Skizze.

Schematische Darstellung

 

Schnell wechselnde Lichtverhältnisse wie zum Bespiel  Sonne / Wolken können zu ein Problem werden und führen zu stark unterschiedlichen Belichtungen.

Damit kommen wir, wie vorhin erwähnt, zum zweiten Stativ. Dieses ist ein sehr kleines und ausgedientes Reisestativ auf der ich dann eine Taschenlampe montiert habe. Geschickt eingesetzt können so die Lichtstrahler von der Taschenlampe durch den Pilz leuchten und ergeben so tolle Effekte. Daher ist es auch nicht so falsch bei bewölktem Himmel zu fotografieren. Ich kann mir auch sehr gut vorstellen, dies noch im halbdunkeln zu machen. Habe es allerdings noch nicht ausprobiert!

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Am Rechner werden dann alle Bilder bearbeitet. Wie dies mit Photoshop bearbeitet wird erspare ich mir hier zu erklären und verlinke euch auf einem YouTube Video von Patrik Spiesecke. Besser kann ich es bestimmt auch nicht erläutern!

 

Allerdings gibt es noch weitere Softwarelösungen die mehr oder weniger gut und teuer sind, über die ich allerdings keine Aussage treffen kann, da ich diese nicht getestet habe.

Wenn euch dieser Artikel gefallen oder geholfen hat, könnt ihr diesen auch gerne teilen. 🙂

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Natürlich würde ich mich auch über einen Kommentar freuen!

Einige Beispiele meiner Makroaufnahmen:

Bei Fragen, Anregungen etc. stehe ich gerne zur Verfügung.

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