Overturn-Sturm im Glas

Overturn – Sturm im Glas

Der Artikel lehnt sich etwas an die Technik für die Wassertropfenfotografie / Highspeedfotografie an. Ist allerdings bei weitem nicht so aufwendig.

Benötig wird:

  • Eine Plexiglasscheibe mit ca 50% Lichttransmission
  • Ein Brett (Ich habe ein 2mm Resopalplatte mit den Maßen 300x200mm verwendet)
  • Klebeband
  • Sekundenkleber
  • Mindestens 2 Blitze die im Salvemodus arbeiten
  • Ein Glas
  • Farbfolien
  • Lebensmittelfarbe
  • Algin (dient zum Verdicken von Wasser)
  • Und zum Auslösen der Kamera habe ich mein neues „Spielzeug“, den Triggie Pro von Mario Ohnmacht verwendet. http://www.highspeed-photography.de/
  • Und natürlich eine Kamera die eine Masterfunktion für die Blitze hat.

Zuvor möchte ich erst etwas auf den Triggie Pro eingehen. Diesen Kameraauslöser habe ich vor gut einer Woche bestellt und ist prompt und ordentlich Verpackt geliefert worden.


Triggie Pro

 

Ferner habe ich mir bei Amazon noch zwei Synchronkabel bestellt, damit ich diese über den Triggie Pro an meine zwei externen Blitzgeräte anschließen kann. (http://www.amazon.de/gp/product/B000LWCBZO?psc=1&redirect=true&ref_=oh_aui_detailpage_o03_s00) Diese habe u.a. bestellt, da sie eine vernünftige Kabellänge habe, Es hilft wenig, wenn die Kabellänge nur 70-100cm beträgt, aber der Blitz 3 Meter entfernt steht! 🙂

Die Bedienung des Gerätes ist etwas gewohnheitsbedürftig. Aber nach einigen „Übungen“ klappt es prima! Der Support war klasse. Da ich ein Problem hatte (falsche Einstellung meinerseits) und ich H. Ohnmacht angeschrieben habe, kam postwendend eine Antwort mit der Lösung!

Dieses Gerät habe ich mir bestellt, da es mehre Funktionen innehat, die da wären: Lichtschranke UND Mikrophone. Die Photodiode reagiert von hell auf dunkel sowie auch von dunkel auf hell. Dies sollte dann auch die Möglichkeit bieten, Gewitterblitze zu fotografieren. Beim nächsten Gewitter werde ich das mal testen! Ferner eignet sich das Gerät auch zur Tropfenfotografie, solange man nur mit einem Ventil arbeitet.

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Wassertropfen Setup des Triggie Pro

 

Laut Internetseite von H. Ohnmacht arbeitet er zurzeit auch an einem Gerät, mit dem man auch mehrere Ventile ansteuern kann. Weitere Erklärungen findet man bei H. Ohnmacht auf der Internetseite. http://www.highspeed-photography.de/

 

Jetzt werde ich aber erstmal nur auf die Mikrophone Funktion eingehen, da ich die weiteren Funktion noch nicht getestet und noch nicht mit fotografiert habe. Sobald ich soweit bin, werde ich darüber berichten.

Der Aufbau:

Auf der Mitte des Brettes habe ich mit Sekundenkleber ein Glas geklebt. Unter dem Brett habe ich einen dünnen Streifen Metall geklebt um die Lautstärke bei Aufschlag etwas zu erhöhen und der Triggie Pro nicht beim kleinsten Geräusch auslöst. Bei dem Auslöser kann man die Phonstärke einstellen, ab welcher Lautstärke dieser die Kamera auslöst.

 

_KWB9744
Holzplatte mit Metallstreifen
Microfoneeinstellung
Menue „Time switch“ mit Mikrophoneeinstellung

 

 

 

 

 

 

 

Am Gegenüberliegenden Ende der Kamera wird dann eine Plexiglasscheibe von ca. 50% Lichttransmission aufgestellt. Und wiederrum hinter der Plexiglasscheibe werden dann 1-2 externe Blitze positioniert.

Auf der Rückseite des Triggie Pro habe ich einen kleinen Streifen Klettband geklebt und in unmittelbarer Nähe des Brettes befestigt. In den Moment überlege ich gerade, in wie weit der Triggie eigentlich Spritzwassergeschützt ist?—- Kein Ahnung. 🙂

Jetzt verbinde ich noch die Kamera mit dem Triggie, hebe das Brett an und lasse es fallen und mache ein paar Testaufnahmen. Der Triggie löst ohne zu murren auf das Geräusch die Kamera aus.

Triggiemontage
„Montage“ des Triggers 🙂

 

 

 

 

 

 

Den internen Blitz der Kamera stelle ich auf Master, regele die Abbrennzeit auf den höchsten Wert (kürzeste Abbrennzeit) und decke den Blitz noch ab, da er sonst Reflexionen auf der gegenüberliegenden Plexiglasscheibe verursacht. Die weiteren Blitze stelle ich auf Slave Modus mit einer Abbrennzeit von 1/64.

Nun rühre ich noch die Flüssigkeit an. Da kommen mir die Erfahrungen aus der Wassertropfenfotografie entgegen. Das heißt, Wasser mit etwas Algin anrühren und etwas Lebensmittelfarbe hinzufügen, fertig!

Setup
Setup

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nun kann es ans Eingemachte gehen. Das Glas wird halb voll mit der Flüssigkeit gefüllt, Trigger einschalten, Licht ausschalten (oder den Raum abdunkeln) die Platte ca. 10cm anheben und fallen lassen. Kamera löst aus, diese wiederrum die weiteren Blitze und das Bild wird eingefroren.

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Setup – Aufbau Blitz
Overturn_2
Das erste Ergebnis

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Hintergrundfarbe kann man mit verschiedenfarbige Folien variieren, Blitze anders positionieren…alles bringt andere Effekte. Einfach ausprobieren und der Fantasie freien Lauf lassen!

Ach ja… Die Kameraparameter fehlen noch. ISO 100, Belichtungszeit habe ich auf 1/160tel gestellt (spielt aber eine untergeordnete Rolle) Weißabglich Automatik.

Sicherlich werden jetzt einige sagen: „Das kann ich auch ohne einen Trigger“! Das ist auch absolut richtig. Allerdings sind die Aufnahmen viel Glücksache, man benötigt eine zweite Person die das Brett anhebt und auf Kommando fallen lässt und ein Kabelfernauslöser oder ähnliches. Ich höre es noch als ich die Aufnahmen ohne den Trigger gemacht habe: „zu früh….zu spät….“ 🙂 Bei dem Trigger kann man aber sagen, wann die Kamera nach den Aufschlag auslösen soll und so wird auf die Millisekunde ausgelöst!

Nun bleibt mir noch viel Spaß beim Nachbauen zu wünschen.

Über einen Kommentar und / oder konstruktive Kritik würde ich mich freuen.

In der Galerie sind noch mehr Aufnahmen zu sehen.

 

One thought on “Overturn-Sturm im Glas

  1. ich genieße es wirklich, diesen Artikel zu lesen 🙂
    Nun weiß ich auch, wie die tollen Bilder entstanden sind. Die Farbverläufe kommen in der Galerie richtig gut raus.

    Gut ist auch die Idee mit dem Metallstreifen – der triggie reagiert wesentlich besser auf „klirren“ als auf dumpfe Geräusche

    Mich überrascht die Spiegelung des Glases auf der Resopalplatte, ich bin immer von einem Spiegel oder einer Plexiglasplatte als Untergrund ausgegangen. Gut, dass man auch mal hinter die Kulissen schauen darf

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