Nodalpunktadapter für Panoramafotografie

Panoramafotografie mit Nodalpunktadapter

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Nodalpunktadapter 2.0

Panoramafotografie mit Nodalpunktadapter

Wer auch immer ein 360° Panoramabild erstellen möchte wird nicht daran vorbei kommen einen Nodalpunktadapter zu verwenden. Sei es für einzeilige Panoramen wie auch für mehrzeilige Panoramen.

Eine sehr gute Erklärung, sowie auch „Bauanleitung“ und alles Wissenswerte zur Panoramafotografie sind auf der Seite von Ralf-Michael-Ackermann zu finden. Eine sehr empfehlenswerte Seite!

Der Nodalpunkt, oder auch Knotenpunkt, ermöglicht es, eine Kamera bzw. das Objektiv um eine frei wählbare Achse zu drehen. Dabei ist es wichtig, dass der Lichteintrittspunkt vom Objektiv in einer Achse zur Stativmitte bzw. um die Drehachse vom Stativ liegt.

Nachdem ich meinen ersten Nodalpunktadapter – Prototyp – aus Bauwinkel etc. gebaut habe, musste ich feststellen, dass dieses Teil recht schwer und unhandlich ist.

Doch bevor du zum Zollstock, Bohrmaschine, Maßband oder zur Schieblehre greifst, muss ich darauf hinweisen, dass Du für dein Handeln selbst verantwortlich bist. Ich erkläre hier, wie ich meinen Adapter gebaut habe! Du musst wissen, ob du das Geschick mitbringst und die beschriebenen Schritte nachzuvollziehen kannst. Für Verletzungen und Beschädigungen oder fehlende Informationen bin ich nicht haftbar zu machen!

Daher habe ich beschlossen mir einen Nodalpunktadapter aus Maschinenbauprofilen zu bauen. Diese sind sehr leicht und habe mir die Profile bei Motedis.com (http://www.motedis.com/shop/index.php) bestellt. Die Stückliste die ihr hier vorfindet ist für ZWEI Nodalpunktadapter, da ich für einen Freund ebenfalls einen mitgebaut habe.

Kosten pro Nodalpunktadapter ca. 35€.

Da ich mir zwischenzeitlich ein neues Objektiv zugelegt habe (Nikon 14-24mm) und das Teil sehr schwer ist, habe ich die das Profil auf dem die Kamera montiert ist (Ausleger) durch ein 30er Profil ausgetauscht. Alles Weitere ist konstruktiv geblieben!

Also habe ich mich zu Hause hingesetzt und den Nodalpunktadapter in 3D konstruiert.

Zeichnung_1
Konstruktion

Nodalpunkt_ZEI

 

 

 

 

 

Wer selbst den Nodalpunktadapter konstruieren möchte der findet auch auch hier http://www.motedis.com/shop/Technische_Daten:_:25.html STEP Daten und muss das Rad nicht neu erfinden. Doch bevor ich diese Stepdaten gefunden habe, hatte ich schon alles konstruiert! 🙂

Wer meine Stepdaten haben möchte, kann mir eine E-Mail schreiben.

Und hier die Stückliste: ACHTUNG! Diese Stückliste ist für ZWEI Nodalpunktadapter!!!

  • 1 Stück Aluprofil 20×20 B-Typ Nut 6
    Länge:3m: ( 8 x 250 ; R:886 – Habe ich mir in 8 x 250mm Stücke schneiden lassen) – 8,55€
  • Profilabdeckkappe 20 B-Typ Nut 6
    Inhalt:10 Stück Packung – 2,15€
  • Winkel 20 B-Typ Nut 6
    Ausführung: nur der Winkel
    Inhalt:1 Beutel (a 10 Stück) – 2,70€
  • Befestigungsschraube Winkel 20 + 20×40, DIN 7984 M4x8 vz
    Inhalt:10 Stück 1,45€
  • Hammermutter B-Typ Nut 6/M4
    Inhalt:10 Stück 2,05€
  • Schwenkwinkel 130 Stahl
    Inhalt:2 Stück – 6,05€
  • 8 Gewindeplatten B-Typ Nut 6
    Größe:M6 – 1,94€
  • 2 Sternschrauben M6 – Ca. 2€
  • Selbstsichernde Mutter M8 – Preis kenne ich nicht mehr: Cent Betrag
  • 2 Federringe für M6 – Preis kenne ich nicht mehr: Cent Betrag
  • Schnellkupplungsplatte (gibt es z.B. bei Amazon oder im Fotofachhandel deines Vertrauens)
  • Aluplatte 120mm X 30mm x 5mm – Selbst zugesägt
  • Stahlmassstab biegsam 150x13mm (Stück 1,92€) http://www.amazon.de/Stahlma%C3%9Fstab-biegsam-schmal-rostfrei-mattiert/dp/B002UV8PP4/ref=sr_1_23?s=diy&ie=UTF8&qid=1441434065&sr=1-23&keywords=Stahlmassstab

 

 Damit jeder weiß wovon ich rede, hier noch einige Begriffserklärungen

Begriffserklärung

 

 

 

 

 

 

Also ging es ans schrauben und wie sollte es anders sein musste natürlich noch das eine oder andere Kleinteil im Eisenfachhandel besorgt werden.

Zuerst habe ich unter der „Basisschiene“ eine Schnellkupplungsplatte montiert. Die ¼ Zollschraube habe ich entfernt und durch eine M6 Senkkopfkreuzschraube ersetzt. Eine Gewindeplatte wird nun in das Profil eingeschoben und die Schnellkupplungsplatte mit dieser verschraubt. Passt!

Das nächste senkrechte Profil habe ich dann mittels der Winkel und Hammermutter mit der „Basisschiene“ verschraubt. Ein Winkel reicht nicht aus – zu instabil. Daher bitte Links und Rechts vom Profil jeweils ein Winkel montieren!

Bild1

 

 

 

 

 

 

 

Nun folgt die Montage vom „Ausleger“ mit dem Schwenkwinkel.

Dazu muss für eine M8 Schraube (40mm Gewindelänge) im Aluprofil gebohrt werden.

Achtung!! Verletzungsgefahr! Unbedingt Schraubstock verwenden. Bohrer kann sich „festfressen“!!!

Bild3

 

 

 

 

Die zwei Langlöcher am Schwenkwinkel habe ich mit einem Dremel etwas verlängert, damit später die Befestigungsschraube für den „Ausleger“ zwischen dem Profil sowie den Schwenkwinkel noch Platz hat.

Tipp: Den „Ausleger“ erst zum Schluss am senkrechten Profil montieren!

Jetzt kann der Schwenkwinkel mit dem Profil für den Ausleger mittels Selbstsicherende Mutter verschraubt werden.

Damit der Ausleger beweglich bleibt die selbstsichernde Schraube nicht „festknallen“! 🙂

Nun wird wiederum einer Hammermutter im Ausleger eingelegt und mit der Sternschraube M6 und einem Federring verschraubt.

Bild4

 

 

Kameramontage:

Dazu habe ich von meinem alten Stativ die Schnellkupplungsplatte etwas modifiziert.

Zuerst habe ich die ¼ Zoll Schraube entfernt und diese durch einer M6 Schraube ersetzt. Damit alles passt musste ich z.B. die M6 Mutter in der Höhe halbieren und die Gewindelänge anpassen. Dies ist aber sicherlich auch von der Schnellkupplungsplatte abhängig und kann daher hier kein generelles Vorgehen beschreiben.

Wechselplatte

 

 

 

 

Die Schnellkupplungsplatte habe ich habe ich nun mit einer M6 Schraube an der Aluplatte befestigt. Am Ende der Aluplatte wieder ein Loch gebohrt und mit einer M6 Inbusschraube und einer Hammermutter die Platte auf dem Ausleger befestigt. Die Inbusschraube habe ich deswegen gewählt, damit ich die Platte auf dem Ausleger verschieben kann und nicht auf „großes“ Werkzeug angewiesen bin. Zuerst wollte ich die Aluplatte mit einer Sternenschraube befestigen. Diese Sternenschraube nahm aber zu viel Platz in Anspruch und habe aus diesem Grunde mich für eine Inbusschraube entschieden.

Damit die Kamera mit dem Objektiv sowie der Aluplatte mit dem Gewicht von guten 2KG nicht nach vorne kippen kann habe ich noch eine Kunststoffplatte unter dem vorderen Teil der Aluplatte geschraubt. Dies ist Gewichtsabhänig und unter Umständen nicht nötig. Einfach ausprobieren ob es auch ohne zusätzliche Stabilisierung reicht.

Bild5

 

 

Zum Schluss wird der Winkel mit zwei M6 Schrauben (Länge muss ggf. angepasst werden) und zwei Gewindeplatten befestigt.

 

 

 

Das ganze sieht dann so aus:

Gesamzansicht

 

 

 

 

 

 

Zum guten Schluss habe ich dann noch zwei Stahlmaßstäbe mit doppelseitiges Klebeband auf den Profilen befestigt um nach dem ausrichten des Nodalpunktes immer wieder die gleichen Einstellungen zu finden.

Ach ja…Ich habe mir noch eine Kreuzwasserwaage auf dem Adapter montiert. Nice to have. 🙂

http://www.amazon.de/gp/product/B000297U2U?psc=1&redirect=true&ref_=oh_aui_detailpage_o06_s00

 

Und das war es schon mit dem Zusammenbau.

Nachdem die Kamera montiert ist, geht es daran den Nodalpunkt für das aufgesteckte Objektiv mit den verschiedenen Brennweiten zu finden. Dies dient dazu Parallaxefehler zu vermeiden.

Fertig
Nodalpunkt einstellen

 

 

 

 

 

Für diesen Zweck habe ich mir ein Bindfaden mit einem kleinen Gewicht (Schraube, oder so was) an die Decke befestigt. Den Aufbau habe ich mal versucht schematisch darzustellen.

 

Nodalpunkt einstellen
Nodalpunkt einstellen

 

 

 

 

Nachdem dem ich den Nodalpunkt ermittelt habe, habe ich mir noch Markierungen auf dem Stahlmassstab gesetzt damit ich nicht immer wieder den Nodalpunkt „suchen“ muss!

Da ich keine Rasterung auf meinem selbstgebauten Nodalpunktadapter habe, habe ich mir auf meinem Stativ Markierungen gesetzt, so dass ich von Aufnahme zu Aufnahme immer eine Überlappung von ca. 30% habe.

Nun musste noch eine Stitch Software her. (Stitch = Nähen / Heften…)

Ich selber habe mich für die Software „Panoramastudio Pro“ http://www.tshsoft.de/de/download_de entschieden. Zuvor habe ich, um die Software zu testen, die unlizenzierte Software runtergeladen. Da ich mit dieser Software und dessen Ergebnis sehr zufrieden war habe mir eine Lizenz für 70€ gekauft. Es gibt allerdings noch Freeware wie „Hugin“ die ich selber allerdings bei mir nicht installiert bekam. (Warum auch immer?!) Hier ist auch der Link zur offiziellen Hugin Software: http://hugin.sourceforge.net/releases/2014.0.0/en.shtml

Nun bleibt mir noch viel Spaß beim Nachbau zu wünschen. Sollte etwas unklar sein oder Fragen aufkommen dürft ihr mir gerne eine E-Mail schreiben!

Über einen Kommentar und / oder konstruktive Kritik würde ich mich freuen.

 

Zu den Panoramabildern

 

4 thoughts on “Nodalpunktadapter für Panoramafotografie

    • Ja, Hans. So kann es schon mal gehen. Mach dir aber mal kein Kopf. Das ist mir mit Sicherheit bei dem einen oder anderem auch schon so ergangen!

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